und doch will ich mit Dir, als 88 einer Vernuͤnftigen re⸗ den; ja, ich will Deine Macht zugeben— hoͤre denn, Ul⸗ la, die Beweiſe, welche Du verlangſt, und finde ein Mittel aus, wenn Da kannſt.“
„Als ich von Orkney entfloh,“ fuhr er nach einer Pauſe fort:„es iſt jetzt fünf und zwanzig Jahre her— nahm ich das ungluͤckliche Weſen mit, dem Du das Leben gege⸗ ben hatteſt. Einer Deiner Verwandten ſandte es mir zu, mit der Nachricht von Deiner Krankheit, welcher bald die allgemein geglaubte Sage von Deinem TDode folgte. Ich brauche nicht zu erzaͤhlen, in welchem Jammtr ich Europa verließ. Ich fand einen Zufluchtsort auf Hiſpaniola, wo eine ſchoͤne junge Spanlerinn das Amt uͤbernahm, mich zu
troͤſten. Ich hetrathete ſie— ſie wurde Mutter des Juͤng⸗
lings, der den Namen Mordaunt Mertoun fuͤhrt.“ Du heiratheteſt ſie!— ſagte Norut mit dem Tone des
tiefen Vorwurfs.
„Ja, Ulla,“ antworkete Mertoan:„aber Du wurdeſt geraͤcht. Sie ward mir un atreu, und ihre Untreue erregte mir den Zweifel, ob das Kind, welches ſie geboren hatte, ein Recht habe, mich Vater zu nennen— doch auch ich ward geraͤcht.“
Du ermordeteſt ſie!— ſagte Norna mit einem furcht⸗
baren Schrey.
„Ich that etwas,“ ſagte Mertoun, ohne geradezu auf ihre Frage zu antworten:„was eine ſchyelle Flucht von Hiſpaniola nochwendig machte. Deinen Sohn nahm ich mit mir nach Tortuga, wo wir eine kleine Niederlaſſung hatten. Mordaunt Vaughan, mein Sohn aus meiner Ehe, welcher ungefaͤhr drei oder vier Jahre juͤnger als der an⸗ dere war, war in Port⸗Royal, um eine Erziehung nach engliſcher Weiſe erhalten zu koͤnnen. Ich beſchloß, ihn nie


