Teil eines Werkes 
114. Band, Der Pirat : 5. Theil (1828) The pirate
Entstehung
Einzelbild herunterladen

115

„Und zu welchem Endzwecke?“ ſagte Mordaunt:„laß mich wenigſtens das wiſſen.“ 1

„Zu einem ſehr gewagten und verzweifelten,“ erwie⸗

derte Brenda:„um mit Cleveland eine Zuſammenkunft zu haben.“ 8 3

„Mit Cleveland!“ ſagte Mordaunt:„follte der Schaͤnd⸗ liche an's Land kommen, ſo ſoll er mit einem Regen von Kugeln begruͤßt werden. Laß mich nur hundert Schritte von ihm entfernt ſeyn,“ fuͤgte er hinzu, indem er nach ſei⸗ ner Flinte griff:„und alles Leid, das er mir angethan hat, ſoll durch eine Kugel von einer Unze aufgewogen wer⸗ den.“

„Sein Tod wird Minna zum Wahnſinn bringen,“ ſagte Brenda:„und wer Minna zu nahe tritt, den kann Brenda nie wieder anſehn.“

„Dieß iſt Tollheir, raſende Tollheit!“ ſagte Mordaunt: „bedenke Deine Ehre— bedenke Deine Pflicht!“

„Ich kann nichts bedenken, als die Gefahr, worin Minna ſchwebt,“ ſagte Brenda indem ſie einen Thraͤnen⸗ ſtrom vergoß:„ihre fruͤhere Krankheit war nichts gegen den Zuſtand, in dem ſie die ganze Nacht uͤber geweſen iſt. Sie hielt in ihrer Hand ſeinen Brief, der mehr mit feu⸗ rigen Zuͤgen, als mit Dinte geſchrieben iſt, und worin er ſte beſchwoͤrt, ihm noch einmal, zum letzten Lebewohl, eine Zuſammenkunft zu geſtatten, wenn ſie einen ſterblichen Leib und eine unſterbliche Seele retten wolle, ihr ihre Sicherheit verbuͤrgt, und erklaͤrt, daß keine menſchliche Ge⸗ walt ihn von der Kuͤſte hinwegbringen folle, bevor er ſie nicht geſeben habe.— Du mußt uns gehen laſſen.“

„Unmoͤglich!“ erwiederte Merdaunt, in großer Unru⸗ he:„diejer Schaͤndliche hat allerdings die Betheuerungs⸗

.