. 89 dieſem Augenblick in allen ſeinen Schrecken emporſteigen ſollte.“
Cleveland lachte höhniſch. Gute Mutter, ſagte er, ſpart eine ſolche Sprache für den rohen Matroſen auf, der Euch anfleht, ihm günſtigen Wind zu verleihn, oder für den
armen Fiſcher, der um Glück fuͤr ſeine Netze und Angel⸗
ſchnuͤre bittet. Ich bin ſchon ſeit laͤngerer Zeit für Furcht und Aberglauben unzugänglich. Ruft Euren Dämon, wenn Ihr einen gebieten könnt, hervor, und ſtellt ihn mir gegen⸗ über. Der, welcher Jahre lang in Geſellſchaft mit einge⸗ fleiſchten Teufeln geweſen iſt, kann wohk nicht die Gegen⸗ wart eines unkörperlichen Feindes fürchten.
Er ſagte dies mit einer unbekümmerten und verzwei⸗ felten Bitterkeit, welche ſelbſt fuͤr Nornas wahnſinnige Selbſttäuſchung eine zu große Kraft und Nachdruck befaß, ſo daß ſie mit zitternder und hohler Stimme Cleveland fragte,„wofuͤr haltet Ihr mich denn, wenn Ihr mir die Macht, die ich ſo theuer erkauft habe, ſtreitig machen wol⸗ let?“ 3
„Ihr ſeyd klug, Mutter,“ ſagte Cleveland,„wenig⸗ ſtens beſitzt Ihr Kunſtgriffe, und Kunſtgriffe ſind Macht. Ich denke, daß Ihr es verſteht, auf dem Zeitenſtrome ein⸗ herzufahren, allein ich beſtreite Eure Macht, deſſen Lauf zu lenken. Verſchwendet alſo nicht Eure Worte, um mir Schreckniſſe vorzuſpiegeln, für welche ich nicht empfaͤnglich bin, ſondern ſagt mir gerade heraus, warum Ihr wollt, daß ich weggehen ſoll? 1
„Weil ich nicht will, daß Ihr Minna wiederſehen ſollt,“ antwortete Norna,„weil Minna die beſtimmte Braut deſſen iſt, den die Menſchen Mordaunt Mertoun
nennen— weil, wenn Ihr nicht in vier und zwanzig Stun⸗
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