74 na Troil ſtand vor ibm. Ihr Geſicht war blelch und ibr Haar aufgeloͤst, aber ihr Blick war ruhig und feſt, mit ſeiner gewoͤhn⸗ lichen Miſchung hochſinniger Schwermuth. Sie war noch in den Mantel gehuͤllt, den ſie umgeworfen, als ſie das Schiff verlaſ⸗ ſen. Cleveland's erſte Bewegung war die des Erſtaunens, die naͤchſte die der Freude, nicht ohne Beimiſchung ſcheuer Ehrerbietung. Er war im Begriff, ſeinem Gefuͤhle durch einen Ausruf Luft zu machen— ſich zu ihren Fuͤßen zu werfen— allein ſie gebot ihm, indem ſie den Finger er⸗ hob, zu gleicher Zeit Stillſchweigen und Maͤßigung, und ſagte in gedaͤmpftem, aber befehlendem Tone: Seyd vorſichtig— wir werden beohachter— es ſind Leute draußen— ſie lieſ⸗ ſen mich nur mit großer Schwierigkeit hereintreten. Ich darf nicht lange blelben— ſie wuͤrden denken— ſie moͤch⸗ ten glauben.. O, Cleveland! ich habe Alles gewagt, Euch zu retten!“
Mich zu retten? Ach, arme Minna! antwortete Cle⸗ veland, es iſt unmoͤglich, mich zu retten— genug, daß ich Dich noch einmal geſehen habe, waͤre es auch nur, um von Dir auf ewig Abſchied zu nehmen.
„Wohl muͤſſen wir von einander Abſchied nehmen, denn das Schickſal und Euere Schuld treunen uns auf ewig.— Cleveland, ich habe Euere Gefaͤhrten geſehen— brauche ich noch mehr zu ſagen— brauche ich noch zu ſagen, daß ich jezt weiß, was ein Pirat iſt?“
Du biſt in der Gewalt der Boͤſewichter geweſen! ſagte Cleveland mit einem Blick der Todesangſt: wagten ſie...
„Cleveland,“ erwiederte Minna:„ſie wagten nichts—
Euer Name war wie ein Zauber bei dieſen wilden Raͤubern,
und dieß war das einzige, was mich an die Eigenſchaften erinnerte, die ich einſt meinem Cleveland zuſchrieb!“


