Kirkwallern, noch vor Minna's Waffe, ſeine Unverſchaͤmt⸗ heit gezuͤgelt haben; allein der Name ſeines Capitaͤns, und noch mehr, die Unerſchrockenheit, die Wuͤrde und das Be⸗ fehlende in Minna Troil's Betragen, hielten ihn zurück. Er machte eine ſeemaͤnniſche Verbeugung, verſprach, genau auszuſchauen, kehrte zu ſeinem Boot zuruͤck, und richtete ſeinen Auftrag am Bord aus.
Als Halcro und die Schweſtern dem Haufen entgegen⸗ gingen, welchen ſie auf dem Wege von Kirkwall erblickten, und der, ſeinerſeits angehalten hatte, als ob er ſie beob⸗ achten wolle, rief Brenda, von der Furcht vor Fletcher be⸗ freit, deſſen Gegenwart bisher ihre Zunge gefeſſelt hatte, aus:„Barmherziger Himmel! Minna, in welchen Haͤnden haben wir unſeren theueren Vater zuruͤckgelaſſen!“
In den Haͤnden braver Leute, ſagte Minna feſt: ich fuͤrchte nicht fuͤr ihn.
„Sd brav, wie Ihr wollt,“ ſagte Claudius Halcro: „aber deſſen ungeachtet immer gefaͤhrliche Spitzbuben. Ich weiß, daß dieſer Kerl, der Altamont, wie er ſich nennt— obgleich das nicht ſein rechter Name iſt— ein ſo luͤderli⸗ cher Hund iſt, wie je nur einer eine Scheune, durch Blut und ungereimte Verſe, von Beifallklatſchen hat wiederhallen laſſen. Er fing mit Barnwell an, und Jedermann glaubre, er wuͤrde mit dem Galgen ſchlleßen, wie der letzte. Auftritt im geretteten Venedig.“
„Das hat nichts auf ſich,“ ſagte Minna:„je ungeſtuͤ⸗ mer die Wogen ſind, deſto maͤchtiger iſt die Stimme, welche ſie beherrſcht. Schon der Name Cleveland hielt die Wuͤthendſten unter ihnen im Zaum.“
„Es thut mir um Cleveland Leid, wenn er ſolch⸗ Ge⸗
W. Scott's Werke CXIV. 5


