44 der Einſam keit gelebt, und den Gefuͤhlen, welche mir meine Lieblingsſt udien eingefloͤßt, zu ſehr nachgegeben. Ich ent⸗ ſagte dieſen eine Zeit lang, und ſuchte den Umgang junger Leute meines Alters. Einſt war ich in Kirkwall zum Be⸗ ſuch, und lernte dort Euern Vater kennen, den Geſchaͤfte dahin gefuͤhrt hatten. Es ward ihm nicht ſchwer, Eingang bei dem Verwandten zu finden, bei dem ich wohnte, und der es ſehnlich wuͤnſchte, den Zwiſt, welcher unſere Famt⸗ lien von einander getrennt hatte, wieder ausgleichen zu koͤnnen. Euer Vater, Maͤdchen, iſt durch ſeine Jahre wohl unblegſamer geworden, allein ſie haben ihn aͤußerlich wenig veraͤndert. Er hatte auch damals dieſelbe maͤnnliche Bil⸗ dung, dieſelbe alte norwegiſche Geradheit der Sitte und des Herzens, denſelben freien Muth, dieſelbe Rechtlichkeit — bet einer groͤßeren jugendlichen Geſchmeidigkeit, dem Wunſche zu gefallen und gefaͤllig zu ſeyn, und der Mun⸗ terkeit des Geiſtes, welche ſelten uber unſere fruͤheren Jahre hinausdauert. Obgleich er indeß, nach dieſer Schil⸗ derung, ſehr liebenswuͤrdig war, und obgleich Erlend mir ſchrieb und ſeine Liebe billigte, ſo gab es doch noch einen Andern— einen Fremden, Minna, einen gefaͤhrlichen Frem⸗ den— voll von uns unbekannten Kuͤnſten und von ange⸗ nehmen Gaben, welche den einfachen Sitten Eures Vaters fremd waren. Ihr ſeht mich an, als ob Ihr es ſonderbar faͤndet, daß ich einen ſolchen Liebhaber haͤtte feſſeln koͤnnen; allein ich habe nichts mehr an mir, das Euch es begreif⸗ lich machen koͤnnte, daß dieſe Norna von Fitful⸗Head einſt, als Ulla Troil, ſo bewundert und geliebt wurdel Die Veraͤnderung, welche nach dem Tode mit dem Koͤrper vorgeht, iſt kaum furchtbarer, als die, welche mit mir vor⸗ gegangen iſt, ſeitdem ichuſo auf der Erde herumwandeie.
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