2 254 Herzlichkeit, oder wenigſtens ein gewiſſes offenes Betragen
beobachtet hatte, jetzt, nachdem er ihm einen ſo wichtigen
Dienſt erwieſen, ſeinen Dank annahm.
„Es iſt gut,“ ſagte Cleveland, der ſein Erſtaunen bemerkte:„und unndoͤthig, Worte daruͤber zu verlieren. Ich habe meine Schuld abgezahlt, und wir ſind nun quitt.“
„Ihr ſeyd mehr als quitt mit mir, Herr Cleveland,“ antwortete Mertoun:„denn Ihr wogtet Euer Leben, um das fuͤr mich zu thun, was ich, ohne die geringſte Gefahr, fuͤr Euch that; und uͤberdieß,“ fuͤgte er hinzu, indem er dem Geſpraͤche eine angenehmere Richtung zu geben ver⸗ ſuchte:„habe ich ja noch Eure Flinte.“
„Nur feige Menſchen meffen die Gefahr nach ein⸗ zelnen Punkten ab,“ ſagte Eleveland.„Die Gefahr iſt mein ganzes Leben lang meine Gefaͤhrtin geweſen, und hat mich auf tauſend ſchlechteren Reiſen begleitet; und was Flinten betrifft, ſo habe ich deren noch genug, und Ihr koͤnnt, wenn Ihr wollt, verſuchen, wer ſie am beſten gebrauchen kann.“
Es lag etwas in dem Tone, womit dieß geſagt wurde, das Mordaunt ſehr auffiel, es war„hinterliſtige Bosheit“ wie Hamlet ſagt, und deutete auf eine Abſicht hin. Cle⸗ veland ſah ſein Erſtaunen, kam naͤher an ihn heran und ſagte mit gedaͤmpfter Stimme:„Hoͤrt einmal, mein jun⸗ ger Freund. Es iſt unter uns Gluͤcksrittern die Sitte⸗


