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beſonderer Boten geſchickt, und außerdem kam ſelten ein Fußgaͤnger oder Reiſender von einem Hauſe zum andern, der nicht Mordaunt einen freundlichen Gruß von dem Udal⸗ ler und ſeiner Familie gebracht haͤtte. Dieſer Verkehr
war, neuerlich, immer ſparſamer geworden, und jetzt ſeit
mehreren Wochen kein Bote von Burgh⸗Weſtra nach Jarls⸗ hof gekommen. Mordaunt hatte dieſe Veraͤnderung be⸗ merkt und tief gefuͤhlt, und ſie lag ihm im Sinne, waͤh⸗ rend er Bryce ſo genau ausfragte, als Stolz und Klugheit es geſtatteten, um wo moͤglich uͤber die Urſache der Ver⸗ aͤnderung in das Klare zu kommen. Er gab ſich indeſſen Muͤhe, gleichguͤltig auszuſehen, waͤhrend er den Hauſtrer fragte, was es Neues im Lande gaͤbe.
„Große Neulgkeiten,“ erwiederte der Hauſirer:„und viele. Der verruͤckte Kerl, der neue Verwalter, will eine Veraͤnderung in den Bismars und Ließpfunden machen, und unſer wuͤrdiger Vogt, Magnus Troil, hat geſchworen, daß, ehe er ſie gegen die Schnellwaage oder etwas Ande⸗
res vertauſche, er lieber den Verwalter Yellowley von
Braſſa⸗ craig herab werfen wolle.“ „Iſt das Alles?“ fragte Mordaunt gleichguͤltig. „Alles? nun, ich daͤchte, das waͤre genug,“ erwiederte der Hauſirer:„Wie ſollen die Leute denn kaufen und ver⸗ kaufen koͤnnen, wenn man ihnen die Gewichte aͤndert?“ „Ja wohl,“ antwortete Mordaunt:„aber habt Ihr nichts von fremden Schiffen an der Kuͤſte gehoͤrt?“ „Sechs hollaͤndiſche Dogger liegen auf der Hoͤhe von Braſſa, und, wie ich hoͤre, eine Arr von Galliote, mit ho⸗ hem Verdeck und einem Obergaffelſegel, in der Bucht von Scalloway. Sie iſt wahrſcheinlich aus Norwegen.“


