———
8—
23
wuͤrde, das ſie noch immer das Schloß nannten. In jenen Zeiten(die jezigen haben ſich bei Weitem gedeſſert) war die Gegenwart eines Vornehmen faſt unausbleiblich mit ſchwereren Laſten und Erpreſſungen verknuͤpft, fuͤr wel⸗ che, unter dieſem oder jenem Vorwande, die Lehnsrechte mehr als eine Beſchoͤntgung darboten, und ſo nahm jede von dieſen einen Theil des ſauern und mißlichen Erwerbes der Bauern, zum Verbrauch des maͤchtigen Nachbars und Ober⸗Paͤchters, oder Tacksman, wie er genannt wurde, hin⸗ weg. Die Unter Paͤchter fanden indeß bald, daß von Baſil Mertoun keine dieſer Erpreſſungen zu fuͤrchten ſey. Sein eigenes Vermoͤgen, mochte es nun gering oder bedeutend ſeyn, reichte wenigſtens vollkommen zur Beſtreitung ſeiner Ausgaben hin, welche, ſo weit es ſeine eigentliche Lebens⸗ art betraf, hoͤchſt maͤßig waren. Einige wenige Buͤcher und einige phyſikaltſche Inſtrumente, die er gelegentlich von London erhielt, ſchienen auf einen, auf dieſen Inſeln un⸗ gewoͤhnlichen, Grad von Reichthum hinzudeuten; auf der andern Seite aber war der Tiſch und die uͤbrigen Beduͤrf⸗ niſſe in Jarlshof um nichts beſſer, als was man bei einem ſhetlaͤndiſchen Grundbeſitzer der gewoͤhnlichſten Art finden konnte.
Die Bewohner des Dorfes kuͤmmerten ſich ſehr wenig um den Srand ihres Obern, ſobald ſie gefunden hatten, daß ſeine Gegenwart eher zur Verbeſſerung, als zur Ver⸗ ſchlim nerung ihres Zuſtandes beitrug; und da ſie einmal von der Beſorgniß befreit waren, daß er ſie unterdruͤcken wuͤrde, ſo uͤberlegten ſie nur, wie ſie ihn durch alle moͤg⸗ lichen Kunſtgriffe betruͤgen und uͤbervortheilen koͤnnten,— was der Fremde auch eine Zeit lang mit wahrhaft philo⸗ ſophiſcher Gleichzuͤltigkeit ſich gefallen lies. Ein Vorfall,


