36 bei ſeinem Suchen irgend einen beſondern Schatz zu fin⸗ den. Meinem geheimnißvollen Fuͤhrer naͤherte er ſich zu⸗ erſt; dieſer ſaß, wie ich oben ſagte, am Tiſche, die Augen
feſt auf die Mauer geheftet, die Zuͤge voͤllig unbeweglich,
die Arme mit einem Ausdruck von Sorgloſigkeit uͤber der Bruſt gekreuzt, und ſchlug mit den Ferſen auf dem Tiſch⸗ fuß den Takt zu der Weiſe, die er pfiff; der Unterſuchung des Herrn Jarvie unterwarf er ſich mit einer ſo vollkom⸗ menen Zuverſicht, daß das Gedaͤchtniß und der Scharfblick des eifrigen Rathmannes einen Augenblick irre wurden.
„Ah!— Eh!— Oh!“ rief er endlich aus.„Es iſt unmoͤglich,— und doch— nein! es kann nicht ſeyn.— Und doch wieder!— der Teufel hole mich! Gott verzeihe mir!— Ihr Raͤuber,— ihr eingefleiſchter Teufel,— nur auf Boͤſes bedacht, nie auf Gutes,— ſeyd Ihr's wirk⸗ lich?“—
„Wie Ihr ſeht, Herr Rathmann,“ war die lakoniſche Antwort.
„Auf mein Wort! wenn ich nicht ganz verbluͤfft bin, — Ihr, Ihr Galgenſtrick, Ihr wagt Euch hieher ins Ge⸗
ſaͤngniß von Glasgow?— Wie ſchwer glaubt Ihr, daß
Euer Kopf ins Gewicht faͤllt? „Hum! gut gewogen, hollaͤndiſch Gewicht, mag er wohl etwas ſchwerer ſeyn, als ein Schultheißkopf, vier Rathsherrnkoͤpfe, ein Stadtſchreiberskopf, ſechs Zunftmel⸗ ſterkoͤpfe, beneben....“
„Ah! Ihr Erzſchelm!“ ſagte Herr Jarvle.„Aber be⸗ kennt nur Eure Sunden, und bereitet Euch vor, denn wenn ich ein Wort ſage..“
„,Ja wohl, Rathmann,“ ſagte der Angeredete, die


