6909
eine genaue Betrachtung ſeiner Zuͤge haͤtte befriedigen koͤn⸗ nen. Als der Schließer das Licht in der Hand hielt, fielen die Strahlen mehr auf ſeine eigene minder intereſſante Geſtalt. Es war ein Kerl von furchtbarem Anſehen, deſſen wild herabhaͤngende rothe Haare ſeine Zuͤge bedeckten und verduͤſterten, die ſich nur durch eine unbaͤndige Freude uͤber den Anblick meines Fuͤhrers auszeichneten. Ich habe nie etwas geſehen, das ſo vollkommen der Idee glich, die ich mir von einem rohen haͤßlichen Wilden gemacht hatte, der den Goͤtzen ſeines Stammes anbetet. Er ſeetſchte die Zaͤhne, er zitterte, lachte, ſchrie beinahe.„Wohin ſoll ich nun gehen? was kann ich fuͤr Euch thun?“ das ſprach aus je⸗ dem Zuge; dieſer Ausdruck einer vollſtaͤndigen, aͤngſtlichen Unterwuͤrfigkeit und Ergebung iſt ſchwer auf eine andere Weiſe zu beſchreiben. Das Entzuͤcken erſtickte faſt ſeine Stimme, die ſich nur in Ausrufungen vernehmen ließ: „„o! ol lange nicht geſehen!“ und andere eben ſo kurze Reden, in derſelben unbekannten Sprache, in der er neit meinem Fuͤhrer geſprochen hatte, ſo lange wir noch außen an der Gefaͤngnißthuͤre ſtanden. Mein Fuͤhrer empfing alle dieſe Ausbruͤche einer freudigen Bezluͤckwunſchung ſo ziem⸗ lich, wie ein Fürſt, der ſich zu fruͤhe an die Huldigungen ſeiner umgebung gewoͤhnt hat, um ſehr davon bewegt zu werden, doch aber ſie mit herkoͤmmlicher fuͤrſtlicher Milde vergelten will. Gnaͤdig bot er die Hand mit der hoͤflichen Frage:„Wie gehts Euch, Dougal?“ 3
„Ach! ach!“ rief Dougal, und milderte die ſcharfen Toͤne, die er in der Ueberraſchung ausgeſtoßen hatte, in⸗ dem er mit wachſamer Unruhe umher blickte:„oh! Euch hier zu ſehen,— Euch hier zu ſehen,— oh, was wuͤrde


