Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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Auf dieſe Ermahnung folgte ich meinem Fuͤhrer, doch nicht, wie ich glaubte, ins Innere der Kathedrale.„Hie⸗ her! hieher!“ rief er aus, und zog mich ſort, als ich auf den Haupteingang zugieng.„Dort iſt nur laues Geſchwäͤz, — nichts als Moral, ſo kraft⸗ und ſaftlos, wie Rauten⸗ blaͤtter um Weihnachten.— Da iſt der wahre Woylgeruch

der reinen Lehre.“

Mit dieſen Worten trat er in ein kleines, niedrig ge⸗ woͤlbtes Pfoͤrtchen, das ein ernſt ausſehender Mann eben ſchließen wollte, und ſtieg mehrere Stufen hinab, als gienge es in ein Grabgewoͤlbe unter der Kirche. Es war auch ſo, und in dieſem unterirdiſchen Raume, weßhalb er zu dieſem

derbarer Gottesdienſt gefeiert.

Denke Dir eine lange Reihe niedrig gewöͤlbter, dunk⸗ ler Hallen, wie ſie in andern Laͤndern zu Graͤbern gebraucht werden, und auch in dieſem lange zu dem nemlichen Zweck gedient hatten; ein Theil davon war mit Sitzen verſehen, und wurde als Kirche benuͤzt. Dieſer Theil der Hallen, obwohl er mehrere hundert Menſchen faſſen konnte, war weit kleiner, als die dunkeln Gaͤnge und Hoͤhlen, die uns rings umher angaͤhnten. Dunkle Banner und zerbrochene Wappenſchilde zeigten in dieſen oͤden Raͤumen der Ver⸗ geſſenheit wahrſcheinlich die Graͤber derjenigen an, die einſt„Fuͤrſten in Iſrael“ geweſen waren. Inſchriften, die nur der muͤhſame Fleiß der Alterthumsforſcher entziffern konnte, in einer Sprache, ſo veraltet, als die andaͤchtige Mildthäͤtigkeit, die ſie erboten, luden den Leſer ein, fuͤr die Seelen derer zu betey, deren Koͤrper hier ruhten. Um⸗ geben von dieſen Behaͤltniſſen der lezten Reſte der Sterb⸗ lichkelt fand ich eine zaylreiche Verſammlung im Gedete

Zwecke ausgewaͤhlt wurde, wußte ich nicht, wurde ein ſon⸗