Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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44 des Gebaͤudes anzuſchauen, das jetzt bei der Einſamkeit, die mich umgab, noch einen ſtaͤrkern Eindruck auf mich machte. Die bisher geoͤffneten Thore waren geſchloſſen worden, als der Kirchhof die Menge aufgenommen hatte, die ſich hereindraͤngte, und jezt in feierlicher Andacht ver⸗ eint war, wie der ſchwellende Chorgeſang uns verkuͤndigte. Der Ton ſo vieler Stimmen, harmoniſch in einander ge⸗ floſſen durch die Entfernung, und frei von den harten Miß⸗ toͤnen, die in der Naͤhe das Ohr zerreißen, dazu das Mur⸗ meln des Bachs und der Wind, der durch die alten Foͤh⸗ ren ſauste, alles dieß hob mein Gefuͤhl. Die ganze Na⸗ tur, wie der Pſalmiſt ſie anrief, deſſen Lied ſie ſangen, ſchien vereint den feierlichen Lobgeſang darzubringen, worin Schauer der Ehrfurcht und Freude ſich verſchmelzen, wenn ſie zu ih⸗ rem Schoͤpfer ſich erhebt. Ich hatte in Frankreich das Hoch⸗ amt geſehen, gefeiert mit allem Glanz, den ihm die aus⸗ gewaͤhlteſte Muſik, die reichſten Kleidungen, die ergrei⸗ fendſten Cerimonien verleihen konnten, und doch machte es weit nicht den Eindruck auf mich, als dieſer einfache pres⸗ byterianiſche Gottesdienſt. Die Andacht, woran jeder Theil nahm, ſchien ſo ſehr vor der auswendig gelernten Muſik den Vorzug zu verdienen, daß ſie dem ſchottiſchen Gottes⸗ dienſt allen Vorzug der Wirklichkeit vor einem Schauſpiel gab.

Als ich zoͤgerte, um noch mehr von den ſeierlichen Toͤ⸗ nen zu vernehmen faßte mich Andreas, deſſen Ungeduld ſtieg, beim Aermel:„Kommt, kommt, wir duͤrfen nicht ſo ſpaͤt hineingehen, damit wir den Gottesdienſt nicht ſtoͤren;

wenn wir noch laͤnger hier ſtehen, ſo kommen die Aufſeher, und bringen uns auf die Wache, als Muͤßiggaͤnger zur Kirchzeit.“