Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

Schwarm kam ſchon dieſen Morgen früh. Jezt aber, glaube ich, wollen ſie ſich zur Ruhe begeben. Nun ſo wünſche ich Euch auch eine gute Nackt, lieber Herr!

Mit dieſen Worten entfernte ſich Andreas, warf aber noch oft einen Blick zurück auf ſeine Bienenſööcke.

Zufälligerweiſe verdankte ich ihm eine wichtige Nachricht daß naͤmlich Vater Vaughan nicht mehr im Schloſſe ſein ſolle. Wenn deßhalb dieſen Abend Licht an den Fenſtern der Bibliothek ſich zeigte, ſo war es nicht das ſeinige, oder ſein Benehmen hatte etwas ſehr geheimnißvolles und ver⸗ dächtiges. Mit Uneduld erwartete ich den Sonnenunter⸗ gang und die Dämmerung. Kaum trat deeſe ein, als ſich an den Fenſtern der Bibliothek ein Schimmer erdlicken ließ⸗ der jedoch wegen der noch fortdaurenden Helle kaum zu un⸗ terſcheiden war. Ich bemerkte indeß den erſten Schein ſo ſchnell, als der umnachtete Schiffer den erſten fernen Schim⸗ mer des Leuchtthurms entdeckt, nach dem er ſeinen Lauf rich⸗ tet. Alle Zweiſel über die Schicklichkeit, die bis jezt noch mit meiner Neugierde und Eiferſucht gekämpft hatten, ver⸗ ſchwanden, als ſich eine Gelegenheit mir bot, die erſtere zu befriedigen. Ich trat wieder in das Haus, vermied die be⸗ ſuchteſten Zimmer mit der Abſichtlichkeit eines Menſchen, der ſeinen Zweck geheim zu halten wünſcht, erreichte die Thüre der Bibliothek, zauderte einen Augenblick, als ich die Klinke ſchon gefaßt batte, hörie innen einen leiſen Fuß⸗ tritt, oͤffnete die Thüre, und fand Miß Vernon allein.

Diana ſchien uͤberraſcht, ob über meinen plözlichen Eintritt, oder aus irgend einer andern Urſache, konnte ich nicht errathen, aber es war eine ſo lebhafte Unruhe an ihr zu bemerken, wie nie zuvor, und dieſe konnte nur die Folge einer ungewöhnlichen Bewegung ſein. Doch war ſie in ei⸗