103
ther Herr Franz, pflichtſchuldig Euer reſpektsvollſter und
gehorſamſter Diener Joſeph Owen.
Postscriptum.„Hoffe, Ihr werdet den rictigen Em⸗ pfang des Obigen melden. Bedaure, daß wir von Euch ſo wenig ſehen. Cuer Vater ſagt, er iſt, wie gewoͤhnlich, ſieht aber dabei traurig aus.“
Mit Erſtaunen erſah ich aus dem in des alten Owens foͤrmlichem Styl geſchriebenen Briefe, daß er des vertrau⸗ lichen Briefs nicht erwaͤhnte, den ich ihm in der Abſicht geſchrieben hatte, ihn uͤber Raſhleighs wahren Charakter in Kenntniß zu ſetzen; nach dem Poſtenlauf mußte er ihn beſtimmt ſchon erhalten haben. Ich hatte ihn doch mit der gewoͤhnlichen Gelegenheit von dem Schloſſe abgeſchickt, und keinen Grund zur Vermuthung, daß er unterwegs verloren gehen koͤnnte. Da er Dinge von großer Wichtig⸗ keit fuͤr meinen Vater und mich ſelbſt enthielt, ſo ſetzte ich mich im Poſthauſe hin, ſchrieb abermals an Owen, wie⸗ derholte die Hauptgegenſtaͤnde meines fruͤhern Briefs, und verlangte zu wiſſen, ob er ihn ſicher erhalten haͤtte. Zu⸗ gleich beſcheinigte ich den Empfang des Wechſels, und ver⸗ ſprach, Gebrauch davon zu machen, ſo bald ich des Geldes beduͤrfe; indeſſen kam es mir ſonderbar vor, daß mein Va⸗ ter die Sorge, meine Beduͤrfniſſe zu beſriedigen, ſeinem Schreiber uͤberließ, doch mochte das wohl zwiſchen ihnen verabredet ſfeyn. Jedenfalls war Owen ein Junggeſelle, in ſelner Art reich, und mir leidenſchaftlich zugethan, ſo daß ich keinen Anſtand nahm, für eine kleine Summe in ſeiner Veryllichtung zu ſtehen, die ich als ein Anlehen be⸗ trachten konnte, das ich ſo bald wie moͤglich zuruͤckzuzahlen haͤtte, im Fall es nicht fruͤher ſchon von meinem Vater ge⸗


