Teil eines Werkes 
101. Band, Robin der Rothe : 2. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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ſenſchaften der Mathematik und Aſtronomie, er mußte denn die Abſicht gehabt haben, ſie zu verleiten, über den Unter⸗ ſchied der Geſchlechter völlig hinwegzuſehen, und ſie an ſpitz⸗ findige Vernünftelei zu gewöhnen, um ſeiner Zeit deſto leich⸗ ter dem Unrecht die Farbe des Rechts geben zu können. In derſelben Abſicht, die jedoch hier weniger verſteckt war, hatte Raſhleigh Miß Vernon dahin gebracht, die gewöhnlichen Umgangsformen, womit die neuere Geſellſchaft die Frauen umgeben hat, völlig hintan zu ſetzen. Sie war freilich von aller weiblichen Geſellſchaft getrennt, und konnte deßhalb die gewöhnlichen Regeln des Wohlſtands weder durch Lehre, noch Beiſtand lernen. Doch hatte ſie ſoviel Beſcheidenheit, einen ſo feinen Sinn für Recht und Unrecht, daß ſie das kühne freie Benehmen, das mich bei unſerer erſten Bekannt⸗ ſchaft ſo ſehr in Erſtaunen ſetzte, nicht von ſelbſt angenom⸗ men haben würde, hätte ihr nicht Raſhleigh die Meinung beigebracht, daß Verachtung der Umgangsſitte ſowohl Ueber⸗ legenheit des Verſtandes, als auch die Zuverſicht der ſich be⸗ wußten Unſchuld anzeige. Ihr ſchlauer Lehrer hatte ohne gweifel ſeine eigenen Abſichten dabei, dieſe Au ßewerke zu ſchleifen, welche ein zurückhaltendes, vorſichtiges Benehmen um die Dugend her errichten. Aber für dieſe und andere Verbrechen hat er ſchon⸗ längſt vor einem höhern Richter Rede und Antwort geben müſſen.

Außer den Fortſchritten, welche Miß Vernon, deren kräftiger Geiſt jedes Bildungsmittel raſch ergriff, in den hö⸗ hern Wiſſenſchaften gemacht hatte, war ſie auch in den Spra⸗ chen ziemlich bewandert, und wohl bekannt mit der alten. und neuern Literatur. Wenn nicht große Anlagen gerade darum oft die größten Fortſchritte. machten, wenn ſie am we⸗ nigſten. Beiſtand zu. haben ſcheinen, ſo wären die raſchen.