Teil eines Werkes 
47. Band, Ivanhoe : 5. Theil (1827)
Entstehung
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12 Kampf in ſeiner Gegenwart, nach Sitte und Schick⸗ lichkeit Statt finden ſoll. Moͤge Gott der gerech⸗ ten Sache beiſtehn!

Amen! ſprach der Großmeiſter, und ringsum toͤnte das Wort wieder. Rebekka ſprach nicht, ſon⸗ dern blickte mit gefalteten Haͤnden zum Himmel auf, und blieb eine Minute in dieſer Stellung. Dann ſtellte ſie beſcheiden dem Großmeiſter vor, wie man

ihr Gelegenheit goͤnnen muͤßte, ihren Freunden von ihrer Lage Nachricht zu geben, damtt es ihr moͤg⸗ lich werde, einen Streiter fuͤr ihre Sache zu ſtellen. Das iſt gerecht und geſetzlich, ſprach der Groß⸗ meiſter.Waͤhle Dir einen Boten, dem Du trauen magſt, ſo ſoll er freien Zutritt in Dein Gefaͤngniß erhalten. Iſt Niemand hier, fragte Rebekka,der aus Liebe fuͤr die gute Sache, oder gegen reichliche Be⸗ lohnung die Botſchaft eines ungluͤcklichen Weſens uͤber⸗ nimmt? Alles ſchwieg; denn Niemand hielt es fuͤr ſicher, in Gegenwart des Großmeiſters einen Antheil an dem Schickſal der verleumdeten Gefangenen zu zeigen, damit er nicht einer Beguͤnſtigung des Juden⸗ thums auch nur von weitem verdaͤchtig wuͤrde. Selbſt nicht die Ausſſicht auf reichen Lohn, noch viel weni⸗ ger bloſes Mitleid konnte dieſe Furcht uͤberwinden. NRebekka ſtand einen Augenblick in unbeſchreib⸗ licher Angſt; endlich rief ſie aus:So iſt es denn wirklich ſo? Hier auf Englands Boden bin ich