Teil eines Werkes 
47. Band, Ivanhoe : 5. Theil (1827)
Entstehung
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ſaͤnftigung des Herzens gekommen war, das ſonſt ſo hart, wie der Stahl ſeines Schwertes war. Endlich begann er:

Naͤdchen, wenn das Mitleid, das Du mir einfloͤßeſt, ein Werk Deiner Hoͤllenkuͤnſte iſt, ſo iſt Deine Schuld ſehr groß. Allein ich ſchreibe es lieber den ſanften Gefuͤhlen der Natur zu, die es ſchmerz⸗ lich verwundet, daß eine ſo anmuthige Huͤlle das Gefaͤß der Verworfenheit ſein ſoll. Geh' in Dich, meine Tochter! bekenne Deine Zaubereien! Ver⸗ laß Deinen falſchen Glauben! Umfaſſe dieß heilige Sinnbild, und Alles ſoll hier und jenſeits gut fuͤr Dich enden. In irgend einer Schweſterſchaft des ſtrengſten Ordens ſollſt Du Zeit haben zu Gebet und Buße und zu jener Reue, die man nie bereut. Thue alſo und lebe! Was hat das Geſetz Moſes fuͤr Dich gethan, daß Du dafuͤr ſterben wollteſt?

Es war das Geſetz meiner Vaͤter! ſprach Rebekka;aus feurigen Wolken, unter Sturm und Donner ward es auf dem Berge Sinai gegeben. Dieß glaubt Ihr doch, wenn Ihr Chriſten ſeid? es wurde, wie Ihr ſagt, widerrufen; allein meine

Lehrer haben mich das nicht gelehrt.

Laßt unſern Kaplan vortreten, ſprach Beau⸗

manoir,und die verſtockte Unglaͤubige belehren. Verzeiht, daß ich Euch unterbreche, fiel fanft Rebekka ein,ich bin ein Maͤdchen, ungeſchickt, fuͤr

meinen Glauben mit Worten zu ſtreiten, gber ſuͤr