Teil eines Werkes 
46. Band, Ivanhoe : 4. Theil (1827)
Entstehung
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mag es wohl anſtehen, hoͤlliſchen Kuren ſich zu unter⸗ werfen, und fuͤr Soͤhne des Unglaubens zu arbeiten. Ich ſage dir, der Boͤſe kann ſchon in der Abſicht Krank⸗ heiten erzeugen, um ſie zu heilen, und dadurch Glauben an ſeine Heilkunſt zu erwecken. Haſt du die Salbe bei dir, von der du ſpracheſt?

Mit zitternder Hand brachte der Landmann aus ſeinem Buſen eine kleine Buͤchſe zum Vorſchein, auf deren Deckel einige hebraͤiſche Schriftzeichen eingegra⸗ ben waren, was fuͤr den groͤßten Theil der Verſamm⸗ lung der ſicherſte Beweis war, daß der Tenfel den Apotheker dabei machte. Nachdem er ſich ſorgfaͤltig dekrenzt hatte, nahm Beaumanoir die Buͤchſe in die Haͤnde, und wohl bewandert in den morgenlaͤndiſchen Sprachen las er mit Leichtigkeit:Es hat uͤber wunden der Loͤwe vom Stamme Juda. Seltſame Gewalt des Satanas, rief er,der die Worte der Schrift zur Laͤſterung gebraucht, indem er Gift mit geſunder Nahrung vermiſcht! Iſt kein Heilkundiger zugegen, der uns die Beſtandtheile dieſer geheimnißvollen Salbe nennt?

Zwei Aerzte, wie ſie ſich nannten, ein Moͤnch und ein Barbier, traten vor, und ſchworen, daß ſie keinen der Beſtandtheile kenneten, daß die Miſchung aber nach Myrrhten und Kampfer rieche, was ſie fuͤr morgen⸗ laͤndiſche Kraͤuter hielten. Allein mit dem gehaͤſſigen Handwerksneid gegen das gluͤcklichere Talent gaben ſie zu verſtehen, daß, da die Arznei ihrem eigenen Wiſſen