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unſern Freiheiten gemacht habt, damit Ihr Eurer Tyrannet die Krone aufſetzet. Wenn der Sachſe Cedrie England nicht befreien kann, ſo iſt er bereit, fuͤr daſſelbe zu ſterben. Sagt Eurem tyranniſchen Gebieter, ich erſuche Euch blos, Lady Rowena in Ehre und Sicherheit ziehen zu laſſen. Sie iſt ein Weib, die er nicht zu fuͤrchten hat, und mit uns werden alle ſterben, welche fuͤr ihre Sache zu fech⸗ ten wagen!“
Seine Begleiter blieben ſtumm wie zuvor und ſie ſtanden nun vor dem Thore des Schloſſes. Bracy ſtieß dreimal in ſein Horn, und die Schuͤtzen mit Armbruſt und Bogen, welche bei ihrer Annaͤherung
auf dem Walle erſchienen waren, eilten, zu ihrem
Empfange die Zugbruͤcke herabzulaſſen. Die Gefan⸗ genen wurden von der Wache gendthigt abzuſteigen, und in ein Gemach gefuͤhrt, wo ihnen ein in Eile bereitetes Mahl angeboten ward, wozu jedoch auſſer Athelſtane Niemand Lnſt bezeigte. Allein guch der Abkoͤmmling Eduards des Bekenners hatte nicht Zeit, der guten Mahlzeit vor ihm ihr Recht widerfahren zu laſſen; denn ihre Wachen kuͤndeten ihnen an, daß ſie in einem andern Zimmer als dem Rowenas ein⸗ guartiert werden muͤßten. Jeder Widerſtand war dergeblich; ſie mußten nach einem großen Gemache folgen, das, auf plumpen Pfeilern in ſaͤchſiſchem Style ſich erhehend, den Refektorien oder Kapitelhaͤuſern glich, wie ſie ſich noch jezt in unſern alteſten Kloͤſtern finden.


