9 Freiheiten nicht, die Dir Dein Großmeiſter bewillig⸗ te, und die Du Dir durch Erlegung der dreihundert Sarazenen erworben haſt. Du haſt zu große An⸗ fpruͤche auf vollſtaͤndige Abſolution, als daß Du es mit ſolchen kleinen Suͤuden ſo genau nehmen follteſt.“
Waͤhrend dieſes Zwiegeſpraͤchs verſuchte Cedric aus denen, welche ihn bewachten, uͤber ihren Charakter und ihr Vorhaben, Aufſchluͤſſe zu erhalten.„Ihr wollt Englaͤnder ſein,“ ſagte er,„und doch fallt Ihr Eure Landsleute an, als ob ſie Normaͤnner waͤ⸗ ren. Ihr ſolltet als meine Nachbarn auch meine Freunde ſein; denn wann gab ich meinen Nachbarn Veranlaſſung zum Gegentheil? Ich ſag' Euch, Yeo⸗ men, ſelbſt diejenigen unter Euch, welche als Geaͤch⸗ tete gebrandmarkt wurden, hatten ſich meines Schutzes zu erfreuen; ich hatte Mitleid mit ihrem Elend, und verfluchte die Bedruͤckungen ihrer kyranniſchen Edeln. Was wollt Ihr alſo von mir haben? oder wozu kann Euch Eure Gewaltthat helfen? Ihr handelt aͤrger, als die wilden Thiere, wollt Ihr auch ſo ſtumm ſein, wie ſie?““
Umſonſt war es, daß Cedric ſeinen Wachen in's Gewiſſen redete; ſie hatten zu gute Gruͤnde zum Stillſchweigen, als daß ſie es durch ſeinen Zorn oder ſeine Vorwuͤrfe brechen ſollten. Sie eilten nur um ſo ſchneller mit ihm fort, bis ſich endlich am Ende ei⸗ ner Allee von hohen Baͤumen das altergraue Schloß


