Teil eines Werkes 
45. Band, Ivanhoe : 3. Theil (1827)
Entstehung
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von Seiten ſeines Kameraden und Freundes, wie er ſich gegen Jeden erlaubt.

Lauter nutzloſe, geſaͤhrliche Beſchuldigungen! entgegnete de Bracy;es genuͤge Dir, wenn ich Dir ſage, daß ich die Moral der Tempelritter kenne, und Dir keine Gelegenheit geben will, mir die ſchoͤne Beute abzufuͤhren, wegen deren ich ſo viel auf s Spiel geſetzt habe.

Pah, rief der Templer,was haſt Du denn zu faͤrchten? Du kennſt ja die Geluͤbde meines Ordens.

Necht, ſagte de Bracy, und ich weiß auch, wie ſte gehalten werden. Die Geſetze der Galante⸗ rie, Sir Templer, erleiden in Palaͤſtina eine frei⸗ ſinnige Auslegung, und das iſt ein Fall, wo ich Dei⸗ nem Gewiſeen nicht zu viel zumuthen moͤchte.

So hoͤre denn die Wahrheit, ſagte der Templer; ich frage den Teufel nach Deiner blauaͤugigen Schoͤn⸗ heit. Ich habe noch einen Fang gemacht, der mir viel beſſer zuſagt.

Wie? zu einem Dienſtmaͤdchen wollteſt Du Dich herablaſſen? fragte de Bracy.

Nein, Herr Ritter, verſetzte ſtolz der Temp⸗ ler.Zu einem Dienſtmaͤdchen will ich mich nicht herablaſſen. Ich habe unter den Gefangenen eine Priſe gemacht, die der Deinigen nichts nachgibt.

Heilige Meſſe! da meinſt Du die ſchoͤne Juͤ⸗

dinn! rief de Bracy.