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Sie verſprachen unbedingten Gehorſam, und ent⸗ fernten ſich nach verſchiedenen Richtungen hin mit größ⸗ ter Schnelligkeit. Indeſſen ſetzte ihr Fuͤhrer nebſt ſeinen zwei Begleitern, die iin mit großer Ehrfurcht betrach⸗ teten, ſeinen Weg nach der Kapelle von Copmanhurſt fort. 3
Als ſie das kleine, von Mondlicht erhellte Thal erreichten, und die ehrwuͤrdige, wenn gleich etwas ver⸗ fallene Kapelle, und die prunkloſe Huͤtte zu ent ſagender Froͤmmigkeit geeignet zu Geſicht bekamen, fluͤſterte Wamba Gurthen zu,„Wenn das die Wohnung eines Diebes iſt, ſo trifft das alte Sprichwort ein: je naͤher der Kirche, je ferner von Gott. Und bei meiner Narrenkappe, ich glaube, hier trifft es zu. Hoͤr' nur den Sanctus, den man in der Einſiedelei ſingt.“ In der That ſangen der Einſiedler und ſein Gaſt aus vol⸗ ler Kehle ein altes Trinklied, deſſen Schlußreime al⸗ ſo lauteten:—
Komm, reich den braunen Humpen mir, Toller Burſch, toller Burſch! Komm reich den braunen Humpen mir
He, luſtiger Hans, ich ſpür' den Schelm im Trinken Komm, reich den braunen Humpen mir!
„Nun das klingt gar nicht uͤbel,“ meinte W Vamba, der einige Gaͤnge mit eingeſtimmt hatte, um den Chor vollſtimmiger zu machen.„Wer ums Himmelswillen haͤtte wohl erwartet, um Mitternacht gus der Zelle eines es Cinſiehlers ſolchen Geſang zu hoͤren?“


