145 „Sollen wir ſtehen bleiben, Gurth?“ ſagte Wam⸗ ba,„oder ſuchen wir lieber das Weite? Mein Narren⸗ verſtand ſagt mir, daß er die Diebst racht zu ſehr bei der Hand hat, um ſelbſt ein rechtlicher Mann zu ſein.“ „Und waͤr' er auch der Teufel ſelbſt,“ verſetzte Gurth,„wenn's ihm beliebt. Es kann uns nichts ſchlim⸗ meres durch ſeine Ruͤckkehr widerfahren. Wenn er zu der Bande gehoͤrt, ſo macht er Laͤrm, und we der Fech⸗ ten noch Fliehen hilft uns was. Uebrigens habe ich noch kuͤrzlich erfahr en, daß dieſe Erzſchelme gerade nicht die ſchlimmſten Leute ſind, mit denen man zu thun ha⸗ ben kann.“ In wenigen Augenblicken war der Yeomen zuruͤck. „Freund Gurth,“ ſprach er,„ich habe mich un⸗ ter die Kerl gemiſcht und erfahren, wem ſie ange⸗ hoͤren. Es unterliegt keinem Zweifel, daß ſie zu irgens einer Gewaltthat gegen ihre Gefangenen ſchreiten. Fuͤr rei Perſonen waͤre in dieſem Augenblick ein Angriff Raſerei, denn ſie ſind gewandte Kriegsleute und haben ihre Wachen ausgeſtellt, ſie zu warnen, ſobald huen Gefahr droht. Allein ich hoffe, bald eine Macht bei⸗ ſammen zu haben, die alle ihre Vorſicht zu Schanden mache n ſoll. Ihr ſeid beide Diener und, wie ich glau⸗ be, treue Diener von Cedric, dem Sachſen, dem Freunde der Rechte der Englaͤnder. Nun ſoll es ihm nicht an engliſchen Haͤnden fehlen, ihn aus dieſer Noth zu erret⸗ ten. Kommt denn mit mir, bis ich weitere Huͤlfe ſchaffe.“ W. Scott's Werke. XLIV. 19
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