23 3 Staͤdtchens, das mit Edeln und deren ausſchweifendem Gefolge uͤberfuͤllt war, und erregte in Gurth ein ge⸗ wiſſes unheimliches Gefühl.„Die Juͤdinn hatte Recht,“ ſprach er bei ſich.„Beim Himmel und dem heiligen Dunſtan, ich wollte, ich waͤre mit allen meinen Schaͤtzen gluͤcklich und wohlbehalten am Ziele meiner Wander⸗ ſchaft. Da giebt es ſo eine Menge, ich will nicht ſagen heimathloſer Diebe, aber irrender Ritter und verirrter Knappen, Moͤnche, Ninſtrels, Gaukler und Spaßmacher, daß ein Mann mit einer einzigen Mark in der Taſche in Gefahr kommen wuͤrde, geſchweige denn ein Schweine⸗ hirt mit einem Sack voll Dukaten. Ich wollte, ich waͤr' aus dem Schatten diefer verteufelten Gebuͤſche heraus, daß ich zum mindeſten die Geſellen des heiligen Nikolas*) ſehen koͤnnte, bevor fie mir auf dem Nacken ſitzen.“
Gurth beſchkeunigte nun, ſo viel er konnte, ſeine Schritte, um das offene Feld zu gewinnen, wohin der Hohlweg führte, war aber nicht ſo gluͤcklich, ſeinen Vorſatz auszufuͤhren.— Gerade, als er das obere Ende des Hohlwegs erreichte, wo das Unterholz am dichteſten war, ſprangen vier Maͤnner, zwei von jeder Seite, auf ihn zu, und packten ihn ſo gewaltig, daß jeder Widerſtand vergeblich war.„Gieb her, was Du haſt!“ rief einer von ihnen,„wir ſind Leute, die Jedermann ſeiner Buͤrde entledigen.“
*) So bießen ſich die Räuberbanden und Geächteten der dama ligen Zeit. 3


