Teil eines Werkes 
43. Band, Ivanhoe : 1. Theil (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

118

deren lange, reichgeſtickte Maͤntel ſehr gegen die buns⸗ farbigen, glaͤnzenden Gewaͤnder der Damen abſtachen, welche in groͤßerer Anzahl als die Maͤnner ſich zu ei⸗ nem Schauſpiel draͤngten, das man fuͤr zu blutig und gefaͤhrlich haͤtte erachten ſollen, als daß es ihnen viel Vergnuͤgen machen koͤnnte. Der niedrige, innere

Raum fuͤllte ſich bald mit wohlhabenden Freiſaſſen und

Buͤrgern, und ſolchen von dem niedrigen Adel, wel⸗ che aus Beſcheidenheit, Armuth oder z ifelhaftem Titel keinen hoͤhern Platz einzunehmen wagten. Na⸗ tuͤrlich war es, daß hier ſich am haͤufigſten Streit über Vorrang entſpann.

Hund von Unglaͤubigem! rief ein alter Mann, deſſen abgetragenes Oberkleid ſeine Armuth eben ſo gut bezeugte, als Schwert, Dolch und goldene Kette ſeine Anſpruͤche auf Rang beurkundeten.Du Wolfsbrut, du, wagſt du einen Chriſten, einen nor⸗ maͤnniſchen Edelmann aus dem Hauſe der Montdi⸗ dier zu draͤngen?

Dieſe rauhe unſanfte Rede war an Niemand an⸗ ders, als unſern alten Bekannten Iſaak gerichtet, der in einen mit Treſſen beſetzten und mit Pelz gefuͤtterten, langen Talar gekleidet, ſich beſtrebte, in der vorderſten Reihe an der Gallerie einen Platz fuͤr ſeine Tochter, die ſchoͤne Rebekka, zu ge⸗ winnen, die ihn in Aſhby getroffen und nun an des Vaters Arm haͤngend nicht wenig uͤber den Unmuth erſchrak, den ihres Paters Anmaßung uͤberall zu er⸗

4