10
terjochung geſchlagen hatte, und immer noch beſtand ei⸗ ne Scheidewand zwiſchen den Abkoͤmmlingen der ſieg⸗ reichen Normannen und denen der beſiegten Angel⸗ ſachſen.
Die untergehende Sonne beſchien einen der uͤp⸗ pigen Grasplaͤtze des Waldes, deſſen wir zu Anfang
des Kapitels erwaͤhnten. Hunderte von breiten kurzſtaͤm⸗
migen Eichen, die vielleicht ſchon den ſtattlichen Zug der roͤmiſchen Legionen mit angeſehen hatten, breiteten ihre knotigen Arme uͤber das dichte, friſche Gruͤn aus. Buchen und andere Waldbaͤume, oft ſo dick, daß der Strahl der Sonne nicht durchdringen konnte, zeigten ſich an manchen Stellen; auf andern waren ſie wieder ſo regelmaͤßig geordnet, daß üe lange an⸗ ziehende Durchſichten bildeten, worin das Auge ſich gerne verliert, und welche der Fantaſte mit der Ah⸗ nung noch dichterer Einſamkeit ſchmeicheln. Hier gaben die rothen Strahlen der Soune ein ungewißes, glanzloſes Licht, das auf den dickbelaubten Aeſten und den mooſigen Staͤmmen zitterte; dort beleuchteten ſie mit glaͤnzendem Scheine die Stellen des Raſens, zu denen ſie durchzudringen vermochten. Ein ziemlich großer, offener Raum in der Mitte die⸗ ſer Ebene ſchien ehedem dem Gottesdienſte der Drui⸗ den geweiht zu ſein; denn auf der Spitze eines, wie
es ſchien, durch Kunſt gebildeten Huͤgels, fand man.
noch immer einen Kreis von großen unbehauenen Steinen. Sieben ſtanden noch aufrecht; die uͤbrigen
4


