87 Nachdem wir dieſes blutige und grauſame Ver⸗ fahren aus einem geſetzlichen Geſichtspunkte zu be⸗ leuchten verſucht haben, muͤſſen wir, ehe wir den Ge⸗ genſtand verlaſſen, die Entſchuldigungen in Erwaͤgung ziehen, die gegen die ſchwarze Anklage, welche ſich aus den Einzelnheiten ergibt, vorgebracht worden ſind.
Die erſte dieſer Bemaͤntelungen wuͤrde ohne Zwei⸗ fel doppelt bequem geweſen ſeyn, vorausgeſetzt, daß ſie haͤtte einleuchtend gemacht werden koͤnnen. Sie beſtand in der Uebertragung des weſentlichſten Theils der Schuld von Napoleon ſelbſt auf Talleyrand; denn dieſen mit dem Haſſe eines Verbrechens zu belaſten, das eine unuͤberſteigbare Kluft zwiſchen dem erkaiſer⸗ lichen Miniſter und der wiederhergeſtellten koͤniglichen Familie errichtet haben wuͤrde, waͤre eine ſuͤße Rache geweſen. Napoleon erklaͤrte daher wiederholt, daß der Tod des Herzogs von Enghien von Talleyrand ihm angerathen worden ſey, und daß er die anempfohlene Maßregel angenommen habe, ohne die Sache gehoͤrig in Erwaͤgung zu ziehen. Es wurde ſpaͤterhin noch dreiſter behauptet, Talleyrand habe einen Brief auf⸗ gefangen, den der Prinz von Straßburg aus geſchrie⸗ ben, und in welchem er um ſein Leben gebeten, und ſich aus Dankbarkeit dafuͤr erboten habe, Napoleon bei ſeinen Heeren zu dienen.„Dieſe Gunſt,“ ſagt Napoleon,„wuͤrde er gewaͤhrt haben, wenn Talley⸗ rand ihm den Brief uͤbergeben haͤtte; allein durch


