39 Osbaldiſtone“ ſagte Mac Gregor, indem er mir die Flaſche hinſchob.„Ihr eßt nicht, Ihr zeigt keinen Wunſch nach Ruhe, und doch trinkt Ihr auch nicht, obwohl diefe Flaſche Bordeaurx aus Sir Hildebrands eigenem Keller gekommen ſeyn koͤnnte. Waͤret Ihr immer ſo enthaltſam geweſen,
Ihr wuͤrdet den toͤdtlichen Haß Raſhleighs nicht auf Euch
geladen haben.“
„Waͤre ich immer vorſichtig geweſen,“ ſagte ich, erroͤ⸗ thend uber den Auftritt, den er mir ins Gedaͤchtniß zuruͤck⸗ rief,„ich waͤre einem ſchlimmern Uebel entgangen,— den Vorwuͤrfen meines Gewiſſens“
Mac Gregor warf einen ſcharfen, faſt wilden Blick auf
mich, als wollte er etforſchen, ob der Vorwurf, den er au⸗
genſcheinlich fuͤhlte, abſichtlich geweſen ſey. Er ſay, daß ich an mich felbſt dachte, nicht an ihn, und wandte ſein Geſicht mit einem tiefen Seufzer gegen das Feuer. Ich folgte ſeinem Beiſpiel, und wir blieben beide einige Minuten in peinliche Gedanken verſenkt. Alles in der Hutte ſchlief⸗ oder war wenigſtens ſtill, uns beide ausgenommen.
Mac Gregor brach zuerſt das Schweigen mit dem Tyne eines Mannes, der entichloſſen iſt, auf einen unangeneh⸗ men Gegenſtand einzugehen.„Mein Vetter Nicol Jarvie meint es gut, aber ſezt einem Mann von meiner Gemuͤths⸗ ſtimmung und in meiner Lage zu dart zu, und bedenkt nicht recht, was ich geweſen bin, was man mich zu werden zwang, und vor allem bedenkt er nicht, was mich gezwungen hat, das zu werden, was ich bin.“
Er ſchwieg, und obgleich ich fuͤhlte, wie kizlich das be⸗ gonnene Geſpraͤch ſei, ſo konnte ich mich doch nicht enthal⸗ ten, ihm zu erwiedern, daß ſeine Lage fur ſein Gefuͤhl wohl ſehr viel unangenehmes haben muͤſſe.„Es wuͤrde


