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Lauf gelaſſen, als ich anſieng, mich meiner Schwaͤche zu ſchaͤmen. Ich erinnerte mich, daß ich ſeit einiger Zeit mich bemüht hatte, Diana Vernon, wenn ihr Bild vor meine Seele trat, als eine Freundin zu betrachten, an deren Wohl ich zwar immer innigen Antheil nehmen wuͤrde, ohne fer⸗ ner eine naͤhere Verbindung mit ihr unterhalten zu koͤn⸗ nen. Aber ihre kaum zuruͤckgehaltene Zaͤrtlichkeit, verbun⸗ den mit dem romanhaſten unſeres ploͤzlichen Zuſammen⸗ treffens, wo es ſich ſo wenig erwarten ließ, ließ mich jeden Vorſaz vergeſſen. Doch ermannte ich mich bald, und ohne mir Zeit zu nehmen, meine Beweggruͤnde zu unterſuchen, verfolgte ich den Weg, den ich bereits eingeſchlagen hatte, ehe dieſe ſonderbare und unerwartete Erſcheinung mich überraſchte. 8
„Ich ubertrete,“ dachte ich,„ihre ruͤhrende Ermah⸗ nung nicht, da ich uur meine Reiſe auf dem einzigen offe⸗ nen Wege fortſeze. Zwar habe ich meines Vaters Eigen⸗ thum wieder gewonnen, aber noch liegt mir die Pflicht ob, meinen Glasgower Freund aus der Lage befreit zu ſehen, in der er ſich um meinetwillen befindet; wo kann ich auch ſonſt die Nacht zubeingen, als in dem kleinen Wirthshaus von Aberfoil? Auch ſie muͤſſen dort bleiben, denn Reiſende zu Pferde koͤnnen unmoͤglich weiter geben,— voran denn, wir werden uns wieder treffen,— uns wieder ſehen, viel⸗ leicht zum leztenmal,— aber ich werde ſie ſehen und hoͤ⸗ hören,— ich werde erfahren, wer der gluͤckliche iſt, der uͤber ſie die Gewalt eines Ehemanns ausuͤbt,— ich werde erfahren, ob es in ihrer bedenklichen Lage eine Schwierig⸗ keit giebt, die ich entfernen, oder ob ich irgend etwas thun kann, um ihr meine Dankbarkeit auszudruͤcken fuͤr ihren Edelmuth— füͤr ihre uneigennüzige Freundſchaft.“
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