Teil eines Werkes 
52. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 18. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
Einzelbild herunterladen

103

gab Anlaß, daß zu Paris ſeltſame Intriken angeſpon⸗ nen wurden, um den Frieden zu erhalten. Talleyrand, der, vielleicht Napoleons ſowohl als Frankreichs wegen, keinen neuen Krieg auf dem Continent wollte, ſann auf Mittel, einen ſolchen zu verhindern. Er kam in den Abendzirkeln, die der Fuͤrſt von Thurn und Taris gab, taͤglich mit den Grafen Metternich und Roman⸗ zow zuſammen, um ohne Vorwiſſen Napoleons ſich mit dieſen uͤber den genannten Gegenſtand zu bera⸗ then; ſo gewiß iſt es, daß ſelbſt der tuͤchtigſte und unumſchraͤnkteſte Herrſcher, ganz wie ein gewoͤhnlicher Fuͤrſt, von ſeinen Dienern betrogen werden konnte. Allein der Scharfſinn dieſer ausgezeichneten Staats⸗ maͤnner wußte doch kein Mittel ausfindig zu ma⸗ chen, die Intereſſen Oeſterreichs und Napoleons mit einander zu verſoͤhnen Oeſterreich glaubte von Na⸗ poleon in der Stunde ſeiner Schwaͤche das wieder er⸗ haiten zu koͤnnen, was er ihm in der Stunde ſeiner Staͤrke abgedrungen hatte. Buonaparte wußte, daß, ſobald er einmal der Gewalt nachgab, er ſeinem mili⸗ taͤriſchen Rufe, auf dem ſeine Macht beruhte, großen Abbruch thun wuͤrde. Es laͤßt ſich mit gntem Grunde glauben, daß, wie die Sachen in Spanien ſtanden, er den Kampf gerne verſchoben haben wuͤrde; aber der Klang der Trompete war fuͤr ihn eine Auffor⸗ derung, der er folgen mußte, in welcher Verlegenheit er ſich auch gerade befinden mochte.