54 Angelegenheiten, beide von Champagny, Miniſter der auswaͤrtigen Angelegenheiten, verfaßt, und beide an den Kaiſer gerichtet. Durch den erſten ſollte das Ver⸗ fahren Napoleon's gegen Spanien gerechtfertigt wer⸗ den. Er war angeblich am 14ten April in Bayonne erſtattet worden, d. h. zu einer Zeit, wo ſich Buonaparte wenig um die Rechtsfrage bekümmerte, weil er die
Sache mit Gewalt durchſetzen zu können glaubte, und
uͤberzeugt war, daß der Vortheil und die Chre, die fuͤr Frankreich aus der Unteriochung Spaniens erwuch⸗ ſen, dieſe in den Augen der großen Nation ohne Wei⸗ tters rechtfertigen wuͤrden. Nachdem aber ſeine erſten Verſuche fehlgeſchlagen hatten und weitere Anſtrengun⸗ gen noͤthig wurden, mußte man die Sache populaͤr machen und zeigen, daß die Maßregeln, die zum Zwecke fuͤhrten, wenigſtens der Politik gemaͤß, wenn auch nicht moraliſch und gerecht ſeyen.
Um die Wahrheit zu ſagen, ſo befaßt ſich der Be⸗ richt nur mit dem erſten Punkte. Von den feindli⸗ ſchen Geſinnungen der ſpaniſchen Regierung gegen Frankreich und von dem Manifeſt des Godoy zur Zeit des preußiſchen Krieges geſchieht nur fluͤchtige Erwaͤhnung; das Hauptprincip, auf das ſich Herr von Champagny beruft, und das er gerazu aufſtellt, iſt weiter nichts, als ein grobes und unwuͤrdiges So⸗ phisma.„Was durch die Politik geboten iſt,“ ſagt dieſer Staatsmann,„muß nothwendig auch der Ge⸗ rechtigkeit angemeſſen ſeyn.“ So ſtellt er unum⸗
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