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9 und ihre Leidenſchaften entflammt, weil beide dadurch litten, und der Krieg nahm eine wilde, blutige und abſcheuliche Geſtalt an; ſein Zweck ſchien nicht mehr die Unterwerfung, ſondern die gaͤnzliche Vertilgung des Beſiegten zu ſeyn.
Die dem franzoͤſiſchen Verpflegungsſyſteme ſo we⸗ nig guͤnſtige Beſchaffenheit des Landes war fuͤr die Spanier auch eine Waffe. Es gibt in Spanien aller⸗ dings aͤußerſt fruchtbare Gegenden, aber auch unfrucht⸗ bare Steppen und Gebirge, wo die Eingebornen kaum beſtehen und fuͤr ungebetene Gaͤſte eben nichts eruͤbri⸗ gen koͤnnen. Um in ſolchen Gegenden Lebensmittel aufzutreiben, mußten die Marodeurs rechts und links des Marſchweges große Abſtecher machen— eine beſchwerliche und gefahrliche Operation, weil, wie gut auch die Hauptſtraßen in Spanien ſeyn moͤgen, die davon auslaufenden Seitenwege über alle Beſchreibung ſchlecht ſind und ſich ſowohl unmittelbar durch Poſten, als durch Hinterhalte vertheidigen laſſen, auch gaͤnzlich geſperrt und unzugaͤnglich gemacht werden koͤnnen. Darum hat auch ſchon Heinrich der Vierte geſagt,
daß eine kleine Armee in Spanien geſchlagen werde,
eine große aber verhungern muͤſſe; und es ſchien auch, daß das rieſenhafte Beginnen Napoleons entweder aus dem einen oder aus dem andern Grunde nicht wohl gelingen koͤnnr.
Bei der erſten Ueberziehung der im Aufſtande be⸗ griffenen Provinzen ſchien das Gluck die Franzoſen


