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beiwohnte. Doctor O'Meara hat folgenden Bericht von der Zuſammenkunft in den Worten aufbewahrt, in welchem Napoleon den Tag darauf den Vorfall ſeinem Gefolge erzaͤhlte.
„Dieſer Gouverneur“, ſagte Napoleon,„kam geſtern hierher, um mich zu quaͤlen. Er ſah mich in dem Garten ſpazieren gehen, und ich konnte da⸗ her mich nicht weigern, ihn zu ſehen. Er wollte mit mir in einige Einzelheiten in Betreff der Vermin⸗ derung der Ausgaben des Haushalts eingehen. Er hatte die Kuhnheit, mir zu ſagen; daß die Dinge ſo ſeyen, wie er ſie gefunden habe, und daß er komme, um ſich zu rechtfertigen; daß er zwei oder drei Mal ſchon in derſelben Abſicht gekommen ſey, ich aber gebadet habe.— Ich erwiederte: Nein, mein Herr, ich habe nicht gebadet; allein ich befahl ein Bad, um Sie nicht zu ſehen. Indem Sie ſich zu rechtfertigen ſucen, machen Sie die Sachen
nur ſchlimmer.— Er ſagte, daß ich ihn nicht ken⸗ ne; daß wenn ich ihn kennte, ich meine Meinung aͤndern wuͤrde.— Sie kennen, mein Herr? ant⸗
wortete ich; wie koͤnnte ich Sie kennen? Die Men⸗ ſchen machen ſich durch ihre Handlungen bekannt;— machen ſich dadurch bekannt, daß ſie in Schlachten befehlen. Sie haben nie in der Schlacht befehligt. Sie haben nie andere Truppen, als landfluͤchtige corſiſche Ausreißer, piemonteſiſche und neapolitant⸗ ſche Straßenraͤuber befehligt. Ich kenne den Na⸗ men jedes engliſchen Generals, der ſich ausgezeich⸗ net hat; allein ich hoͤrte nie von. Ihnen, aus⸗ genommen als von einem Schreiber des Blucher, oder einem Anfuͤhrer von Straßenraͤubern. Sie ha⸗ ben nie Maͤnner von Ehre befehligt, oder ſind nie an ſie gewoͤhnt geweſen.— Er ſagte, er habe ſeine gegenwaͤrtige Lage nicht geſucht.— Ich ſagte ihm, daß man ſolche Anſtellungen nicht verlange; daß ſie von den Regierungen Leuten gegeben werben, die ſich ſelbſt entehrt haben.— Er ſagte, daß er bloß


