9³ 1 Ludwig XVIII. den Thron, als deſſen legitimer&i- genthuͤmer, wieder beſteigen muͤſſe.
Das Recht der Legitimitaͤt, oder das Recht er Nachfolge, eine in das gemeine Recht der meiſten monarchiſchen Verfaſſungen aufgenommene Anordnung, iſt von der Analogie des Privatlebens hergeleitet, wo der aͤlteſte Sohn natuͤrlicherweiſe das Haupt und der Beſchuͤtzer der Familie nach dem Abſterben des Va⸗ ters wird, In der That, ſo lange die Staaten klein ſind, und, vor der Einfuͤhrung beſtimmter Geſetze⸗ dieles von der perſoͤnlichen Geſchicklichkeit und den Talenten des Monarchen abhaͤngt, kann die Machk, — die unſers Wiſſens unter die abſtracten Meu⸗ ſchenrechte ſich zaͤhlen laͤßt— jeden hohen Beamten nach dem Tode ſeines Vorgaͤngers, oder vielleicht haͤufiger zu waͤhlen, ohne große Nachtheile ausgeuͤde werden. Allein ſo wie die Staaten ſich mehr aus⸗ dehnen, und ihre Verfaſſungen durch Geſetze begraͤnzt werden, die weniger Spielraum und Nothwendigkels fuͤr die Ausuͤbung der obrigkeitlichen Funktionen des Souverains laſſen, tauſchen die Menſchen das zuͤgel⸗ loſe Vorrecht eines tartariſchen Courgultal, oder eis nes polniſchen Landtags gerne gegen das Prinziy
der Legitimitaͤt aus; weil der Fall, daß ein erblichen
Nachfolger den Pflichten ſeines Poſtens gewachſen iſt, wenigſtens eben ſo haͤufig zu ſeyn ſcheint, als der, daß die Wahl eines Volkes auf einen wuͤrdigen Can⸗ didaten faͤllt; und weil in dem erſten Falle die Na⸗


