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trachtete. Er war dem Intereſſe Buonaparte's zu⸗ gethan, weil ſeine Tochter den General Lefebre⸗Des⸗ nouetes geheirathet hatte, welcher Napoleons Guͤnſt⸗ ling beſonders deßwegen geweſen, weil er ſein Chren⸗ wort gebrochen, und als Kriegsgefangener entflohen war. So, gleich einem See, der durch unterirdiſches Erdbeben in Aufruhr kommt, begannen ſich uͤberall revolutionaͤre Bewegungen unter der Maſſe des Vol⸗ kes zu zeigen. Mehrmals verſammelten ſich unter dem Vorwande des Mangels an Prod und Anſtel⸗ lung tumultuariſche Gruppen auf der Terraſſe der Tullerien mit einem Geſchrei, das die Herzoginn von Angouleme an das erinnerte, welches der Gefangen⸗ ſchaft und dem Tode ihrer Eltern voranging. Die Polizei zerſtreute ſie fuͤr den Augenblick; allein wenn auch einige Verhaftungen vorfielen, ſo waren es bloß Leute, welche rieſen, wenn ſie andere rufen hoͤrten, und man machte keine Anſtalten, der wirklichen Ur⸗ ſache dieſer Symptome der Unruhen auf den Grund zu kommen.
Die Polizei von Paris ſtand zu dieſer Zeit unter der Direktion von Monſieur d'Audré, der fruͤher Finanzmann war. Ueber ſeine Loyalitat ſchien man nicht im Zweifel, ſeine Klugheit und Thaͤtigkeit aber ward ſehr angefochten; auch ſcheint es, daß er einen Dienſtyflichten nicht ganz gewachſen war, noch der Werkzeuge Meiſter wurde, durch welche er wirken mußte. Dieſe Werkzeuge, mit andern Worten, die ubordinirten Asenten, Dienſtleute und Secretairs, hie ganze Maſchinerie der Polizei war unveraͤndert geblieben, ſeitdem dieſe furcktbare Macht von Savary, Buonaparte's Hauptſpion und vertrautem Miniſter⸗ geleitet worden war. Dieſe Koͤrperſchaft fuͤhlte ſo gut als die Armee, daß ihr ehrwuͤrdiger Veruf ſeit


