. 119 wendung zu bringen, durch ſeine Abweſenheit von Paris zur Zeit ſeiner Einnahme durch die Allirrten, entgangen war; Fouché ſtrebte jedoch, bei dem reſtau⸗ rirten Monarchen und ſeiner Regierung ſich Anerken⸗ nung zu verſchaffen und ſeine Dienſte Ludwig ange⸗ nehm zu machen. Als der berühmte Revolutions⸗ mann das erſte Mal am Hofe in der Antichambre erſchien, bemerkte er auf dem Geſichte einiger Royali⸗ ſten, welche die Aufwartung hatten, ein Hohnlaͤcheln, und nahm hiervon Gelegenheit, ihnen die Lektion zu geben, daß ein Polizeiminiſter, ſelbſt wenn er ſei⸗ nen Poſten verloren hat, keine Perſon iſt, mit der ſich ſpaßen laͤßt.„Sie, Herr,“ ſprach er zu einem der Anweſenden,„ſcheinen ſtolz auf die Lilien, womit Sie geſchmuͤckt ſind. Erinnern Sie ſich der Sprache, welche Sie uͤber die Bourboniſche Familie vor einiger Zeit in der und der Geſellſchaft fuͤhrten?— Und Sie, Madame,“ fuhr er fort, an ein Frauenzimmer ſich wendend,„denen ich einen Paß durch England gab, wuͤnſchen vielleicht an das erinnert zu werden, was zwiſchen uns uͤber das Thema, Ludwigs XVIII., ver⸗ handelt wurde.“— Den Lachern ſchlug das Gewiſſen, 4 und Fouché ward in das Kabinet gefuͤhrt. Der Plan, welchen Fouché dem Koͤnige empfahl, war, wie ſich er⸗ warten ließ, in hohem Grade ſchlau und liſtig. Er rieth dem Koͤnige, die Nationalkokarde anzunehmen, die dreifarbige Fahne aufzuſtecken und ſich an die Spitze der Revolution zu ſtellen, Dieß waͤre, ſagte er, von
(


