Teil eines Werkes 
61. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 27. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
Einzelbild herunterladen

48

legen und ſo lange auf deſſen Koſten unterhalten zu laſſen, bis die Steuern bezahlt ſeyn wuͤrden. So finden wir bei dieſer ſeiner Miniatur⸗Regierung dieſelbe Weisheit und dieſelben Fehler, wodurch Buo⸗ naparte die Herrſchaft der Welt gewonnen und ver⸗ loren hatte. Die Plane der Verbeſſerungen im In⸗ nern, welche er entworfen, waren wahrſcheinlich an ſich ſehr gut; allein er ſchritt zur Ausfuͤhrung deſſen, was er beſchloſſen, mit zu großem und zu ruͤckſicht⸗ loſem Ungeſtuͤm, mit zu eigenſinniger Entſchiedenheit, das, was ihm gut duͤnkte, auszufuͤhren, und mit zu weniger Beruͤckſichtigung der Geſinnungen Anderer. Da die Steuern nur eine geringe Huͤlfsquelle boten, und die Summen mit Muͤhe von den duͤrftigen Eilaͤndern eingetrieben wurden, ſo mußte Napoleon zu andern Huͤlfsquellen ſeine Zuflucht nehmen, die fuͤr einen Mann von ſeinem Stolze aͤußerſt verdruͤß⸗ lich ſeyn mußten. Da aber ſeine Einkuͤnfte, ſoweit ſie ſich ſchaͤtzen ließen, nicht uͤber 300,000 Fr. betrugen, und ſeine Ausgaben ſich zum wenigſten auf eine Mil⸗ lion beliefen, ſo ſah er ſich genoͤthigt, den Gehalt der meiſten ſeiner Dienerſchaft herabzuſetzen, und den Lohn der Bergleute auf den vierten Theil zu reduciren, durch den Verkauf der fuͤr die Garniſonen aufbewahr⸗ ten Proviſionen, ja ſelbſt durch Verwerthung eines Artillerietrains an den Herzog von Toskana, ſich Geld zu verſchaffen; auch gab er einiges Eigenthum weg, ein großes Haus, das zu einer Kaſerne gebraucht wor⸗

9