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Baron Truchſeß Waldburg, als Bevollmaͤchtigter von Preuße n. Napoleon empfing die drei erſten mit vieler Hoͤflichkeit, ſchien aber uͤber die Gegenwart des Kommiſ⸗ ſaͤrs von Seiten Preußen empfindlich, da dieſes Land einſt Gegenſtand ſeiner Verachtung, immer aber ſei⸗ nes Haſſes war. Er konnte nicht verwinden, daß es unmittelbaren Antheil an der Entſcheidung ſeines Schickſals hatte.
Er empfieng den engliſchen Kommiſſaͤr mit beſon⸗ dern Achtungsbezeugungen und ſagte, er wuͤnſche auf einem engliſchen Schiffe nach Elba uͤberzufahren, und es ſey ihm ſehr angenehm, einen engliſchen Offizier zu ſeiner Begleitung zu haben.„Ihre Nation,“ fagte er,„hat einen erhabenen Charakter, vor wel⸗ chem ich die hoͤchſte Achtung habe. Ich wuͤnſchte, das franzoͤſiſche Volk zu einer ſolchen Höhe der Geſin⸗ nung zu erheben. Allein“— hier ſtockte er und ſchien ergriffen. Er ſprach mit vieler Artigkeit mit dem oͤſterreichiſchen General Kohler, druͤckte ſich aber erwas bitter gegen den Abgeordneten von Rußland aus. Er bedeutete auch dem Oeſterreicher, daß er, wenn ihm ſeine Aufnahme in Elba nicht zuſagen wuͤrde, moͤglicherweiſe vorziehen wuͤrde, ſich nach Großbrittannien zuruͤckzuziehen, und fragte General Kohler, ob er glaubte, er wuͤrde Schutz von ihnen erhalten.„Ja, Sire,“ verſetzte der Oeſterreicher, „um ſo bereitwilliger, da Ew. Majeſtaͤt in dieſem Lande noch niemals Krieg gefuͤhrt haben.“


