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buͤndeten in ſechs Kolonnen unter furchtbarem Feuer auf die feindlichen Verſchanzungen an. Sie nahmen die große Redoute bei dem Thore von Dippoldis⸗ walde und bald darauf eine andere und draͤngten die Franzoſen auf allen Punkten; die Granaten und Kugeln fielen in großer Menge auf die Straßen und
Haͤuſer der erſchreckten Stadt; und Gouvion St.
Cyr, der ſich wie ein Held benahm, und alle ſeine Reſerven ins Feuer brachte, fuͤhlte nachgerade, daß er nicht Leute genug habe, um ſo ausgedehnte Werke
zu behaupten. In dieſer Kriſe, wo alles an eine
Uébergabe dachte, ſah man auf dem rechten Elbeufer zahlreiche Kolonnen mit der Schnelligkeit eines Berg⸗ ſtroms der Stadt zueilen, uͤber ihre praͤchtigen Bruͤk⸗ ken heranwogen, ſich durch ihre Straßen draͤngen, um zur Vertheidigung der faſt uͤberwaͤltigten Stadt kraͤftig mitzuwirken. Man ſah den Sohn des Schick.
ſals mitten unter ſeinen Soldaten, die durch die ge⸗
waltigen Maͤrſche von der ſchleſiſchen Grenze her nicht
erſchoͤpft ſchienen und mit lautem Geſchrel vor den
Feind gefuͤhrt zu werden verlangten. Napoleon ver⸗ weilte einen Augenblick in dem koͤniglichen Palaſte um den Koͤnig von Sachſen, der wegen ſeiner Haupt⸗
ſtadt beſorgt war, zu beruhigen; ſeine Truppen zo⸗
gen indeſſen durch die Stadt und hielten auf der
weſtlichen Seite derſelben bei jenen Ausgaͤngen, wo
ſie gegen den Feind vorbrechen ſollten. Es fanden zwet Ausfaͤlle unter Ney und Mor⸗


