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biete Kantonirungsquartiere beziehen und darin zwei Monate lang als neutral angeſehen werden; nach Ablauf dieſer Friſt ſollte es ihnen frei ſtehen, ſich wieder mit den franzoͤſiſchen Truppen zu verei⸗ nigen, wenn ihr Koͤnig darauf beſtuͤnde. York und Maſſenbach ſetzten beide den Marſchall von dieſem Schritt in Kenntniß. York bemerkte, es ſey ihm gleichguͤltig, was die Welt von ſeinem Betragen denken moͤge: er ſey ſich der reinſten Abſichten be⸗ wußt, und habe nur aus Pflicht gegen ſeine Trup⸗ pen und ſein Vaterland alſo gehandelt. Maſſenbach
entſchuldigte ſein heimliches Wegſchleichen und ſchrieb, er habe ſich ein ſchmer liches Gefuͤh erſparen wol⸗ len und befuͤrchtet, daß die Ehrfurcht und Hochach⸗ tung, die er fuͤr Macdonald fuͤhle, ihn von der Er⸗
fuͤllung ſeiner Pflichten abhalten moͤchten. So verließ ein preußiſcher Geeneral zuerſt eine
Sache, der er nur ungerne gedient hatte, und gab
dadurch ein Beiſpiel, das ſchnell und weitgreifend wirkte. Dieſer Schritt muß dem General York nicht wenig gekoſtet haben, da ſeine Vaterlandsliebe dabei mit den gewoͤhnlichen Begriffen von Soldaten⸗ ehre in Colliſion kam. Doch verließ er Macdonald nicht eher, als bis et mit ſeinen uͤbrigen Truppen
aus Rußland heraus und in Sicherheit war. York
wurde neutral, abet nicht der Feind ſeines fruͤheren Chefs. 4 Es eutſteht hier die Frage, wie lange man die
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