40 Endlich kam auch noch General Steinheil, nachdem er mit fuͤnfzehntauſend Mann von der finnlaͤndiſchen
Armee bei Riga gelandet und gegen Macdonald ei⸗
nige unbedeutende Demonſtrationen gemacht hatte, zur Unterſtuͤtzung von Witgenſtein herbei. So ver⸗ ſtaͤrkt, entſchloß ſich Witgenſtein, die Offenſive wie⸗ der zu ergreifen. Am 1 2ten Oktober wurden die franzoͤſiſchen Vorpoſten in das verſchanzte Lager von Polotsk zuruͤckgeworfen. Am asten erfolgte ein wuͤ⸗ thender Angriff auf dieſes Lager, deſſen Redouten verſchiedene Male genommen und wieder genommen wurden. Die Franzoſen blieben im Beſitz derſelben;
aber St. Cyr ward verwundet und gerieth in eine ſehr
bedenkliche Lage; denn am 19ten erneuerte Witgen⸗ ſtein den Angriff auf dem rechten Dwinaufer, waͤhrend Steinheil am linken Ufer dieſes Fluſſes heraufkam, um durch die Beſetzung von Polotsk und der Bruͤcke St. Cyr in ſeinem verſchanzten Lager einzuſchließen. Unter dem Schutze der Nacht und eines dicken Nebels gelang es jedoch dem franzoͤſiſchen General, das linke Ufer zu gewinnen und unbehindert von Steinheil ſeinen Nuͤckzug anzutreten. Aber das La⸗ ger und die wichtige Stadt Polotsk, wo die Ruſſen am 2oſten Oktober einzogen, war verloren, und die franzoͤſiſchen Generale geriethen unter ſich in Streit.
Da St. Cyr verwundet worden war, ſo haͤtte der
Oberbefehl auf den baieriſchen General Wrede uͤber⸗ gehen ſollen; allein die franzoͤſiſchen Generale woll⸗


