109 wieder neue Flammen gerade in derſelben Richtung erhoben, in welcher ſie durch den Wind dem Krem⸗ liu zugeweht werden mußten. Zu dieſen Schrecken kam noch die Gefahr einer Exploſion, denn es be⸗ fand ſich, ohne daß die Franzoſen es wußten, ein ruſſiſches Pulvermagazin im Kremlin, und in dem Hofe deſſelben war unter den Fenſtern des Kaiſers ein Geſchuͤtzpark mit den dazu gehoͤrigen Munitions⸗ wagen aufgefahren. Der Morgen kam und mit ihm
eine furchtbare Scene. Waͤhrend der ganzen Nacht
war die Hauptſtadt auf das hellſte erleuchtet gews⸗ ſen. Jet war dieſelbe in einen dichten, erſtlcken⸗ den, faſt greifbaren Rauch gehuͤllt. Die franzoſiſchen Soldaten bekaͤmpften die Wuth der Flammen ver⸗ gebens, und man verſichert, die Stadtbrunnen ſeyen ruinirt, die Waſſerroͤhren durchſchnitten und die Loͤſch⸗ werkzeuge zertruͤmmert oder gar nicht da geweſen. Dann ward gemeldet, man habe in den verlaffe⸗ nen Haͤufern Brandlkugeln gefunden, Maͤnner und Weiber von daͤmoniſchem Anſehen bemerkt, die mit Fackeln und betheerten Lanzen das Feuer angeſchuͤrt und den Brand weiter geleitet haͤtten. Einige elende Subjekte, denen man dergleichen Schuld gab, wur⸗ den ergriffen, und, wahrſcheinlich ohne vorlaͤufiges Verhoͤr, auf der Stelle erſchoſſen. Waͤhrend man kaum das Dach des Kremlins von den Feuerbraͤnden und Funken, die der Wind dahin trieb, reinigen konnte, beobachtete Napoleon vom Fenſter gus die


