24 wie man ſie auch bei Perſonen von geringerem Stande bemerkt. Um dies wieder gut zu machen, ſoll Ma⸗ rie Louiſe, wie uns Napoleon ſelbſt berichtet, ihre
Stiefmutter, von der ſie oft bei ihrer Toilette be⸗
ſucht wurde, faſt immer mit irgend einer Gabe be⸗ dacht haben. Vielleicht laͤßt ſich hier die von Napo⸗ leon bei einer andern Veranlaſſung gemachte Be⸗ merkung anbringen, daß ein Kaiſer ſolche Dinge ent⸗ weder haͤtte ignoriren oder doch wenigſtens nicht haͤtte erzaͤhlen ſollen. Die Wahrheit iſt, Napoleon llebte die Kaiſerin von Oeſterreich nicht, und ob er gleich ſagt, ſie habe ihm viele Aufmerkſamkeit bewie⸗ ſen, ſo war ſie ihm hinwiederum auch nicht hold. Die Tochter des Herzogs von Modena hatte den Feldzug von Italien, durch den ihr Vater ſo ſehr gelitten, nicht vergeſſen.
9 In kurzet Zeit war jedoch dem thaͤtigen Geiſte Napoleons eine Scene, an der ſeine Eitelkeit an⸗ fangs Gefallen finden konnte, als ſchal und gehalt⸗ 1os verleldet. Er ließ de Pradt, den Biſchof von Mecheln, rufen, den er als Geſandten zu Warſchau
anſtellen wollte, um ihn auf folgende ſeltfame Welſe mit ſelner Beſtimmung bekannt zu machen.„Ich habe einen Auftrag fuͤr Sie. Sie koͤnnen denken, daß ich jetzt nicht Meſſe hoͤren will(der Biſchof
hatte dieſe berelts gelefen). Sie muͤſſen ein gro⸗ ßes Haus machen, mit den Damen umgehen, die in dieſem Lande viel zu ſagen haben. Slie kennen
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