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Donau marſchiren. Napoleon laͤßt ihm dieſes durch ſeinen Geſandten eroͤffnen. Zum Preis fuͤr dieſe Leiſtung will der franzoͤſiſche Kaiſer den Tuͤrken die Moldau und die Wallachei, die der Gegenſtand des Streites ſind, und ſelbſt die Krimm wieder ver⸗ ſchaffen,
Dieſe ke nahende Votſchaft kam zu ſpaͤt,
indem die Pforte bereits ein friedlicheres Syſtem angenommen hatte. Nach ſo vielen Jahren einer
gaͤnzlichen Vernachlaͤßigung fanden dieſe glaͤnzenden Verſprechungen, die gleichſam aus der Luft fielen, keinen Glauben. Die engliſchen Diplomaten wuß⸗ ten mit einer Geſchicklichkeit, die man nicht im⸗ mer an ihnen bemerkt hat, ſich einen vollkomme⸗ nen Sieg uͤber die franzoͤſiſchen zu verſchaffen und die hohe Pforte zu uͤberzeugen, daß der Friede mit
Rußland, ihrem Erbfeinde, durch die Vermittlung
von England und Schweden moͤglich und verbuͤrgt
ſey; daß dagegen, falls Napoleon Rußland gaͤnzlich beſiegen ſollte, die von ihm beabſichtigte Theilung
des tuͤrkiſchen Reiches nicht laͤnger zu verhindern ſeyn duͤrfte, weil er nach der Unterwerfung Rußlands in ſeinem Streben zur Weltherrſchaft durch nichts mehr beſchraͤnkt wuͤrde. Welchen Schrecken und welchen
Argwohn der bloße Name Napoleons eingefloͤßt ha⸗
ben muͤſſe, erhellet ſchon aus dem Umſtande, daß man es dieſen barbariſchen Tuͤrken, die von der Po⸗ litik ſo viel als nichts verſtehen, doch begreiflich ma⸗


