124 dem Kaiſer Napoleon an, beſonders in den Mona⸗ ten Maͤrz, Mai und Auguſt 1811;3 da er aber keine genuͤgende Antwort erhielt, fing er an zu beſorgen, daß ſein Untergang beſchloſſen ſey. Dieſe Furcht war nicht ganz ungegruͤndet.„Napoleon mochte, wie es ſcheint, dieſen Fuͤrſten nicht leiden, und ſoll ei⸗ nes Tages, als er einen Blick auf die Karte des preußiſchen Gebiets warf, ausgerufen haben:„Wie habe ich dieſem Manne ſo viel Land laſſen koͤnnen 245 Man hat uͤberdies noch guten Grund, zu glauben, daß Napvleon von den geheimen Unterhandlungen zwiſchen Rußland und Preußen entweder wirklich. Kenntniß erhalten oder dieſelben wegen ihrer Wahr⸗ ſchelnlichkeit als eine Thatſache vorausgeſetzt habe. So viel iſt gewiß, er beſann ſich, ob er Preußen als einen unabhaͤngigen Staat beſtehen laſſen ſolle. Endlich ward jedoch am 24ſten Februar 1812 den Koͤnig ein Traktat vorgelegt, mit der Bemer⸗ kung, daß, wenn er denſelben unterzeichne, er noch laͤnger den Namen und Titel eines Koͤnigs von Preu⸗ hen führen ſolle, und daß im entgegengeſetzten Falle Da⸗ vouſt den Befehl habe, das preußiſche Gebiet zu uͤberzie⸗ hen und feindlich zu behandeln. Sonach hielt es Napo⸗ leon fuͤr angemeſſener, dieſen Fuͤrſten, dem er nicht trau⸗ te, einſtweilen noch zu verſchonen und ſich ſeines Bei⸗ ſtandes zu verſichern, als ihn in die Arme Rußlands zu draͤngen. Die Bedingungen waren hart genug: Preußen mußte 26,000 Mai niit 60 Geſchützen, die ganze ver⸗
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54. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 20. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
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