98 nien um ſo baͤlder zu Grund richten zu koͤnnen; nach der Erreichung dieſes Sweckes werde es ihm alsdaun⸗ um ſo leichter ſeyn⸗ durch die Wiederherſtellung Po⸗ lens Rußlands volltiſche Bedeutung in dem euvopaͤl⸗ ſchen Staatenſyſteme zu vernichten. ad
Hiezu kam noch die in ganz Rußland verbreiteten Meinung, daß der ruſſiſche Kaiſer von Frankreich nicht
auf dem Fuße der Gleichhelt behandelt werde⸗ Es iſt: in der Diplomatik etwas unerhoͤrtes, wenn eine Regie⸗ rung es ſich herausnehmen will, einer andern eben ſo unabhaͤngigen Regierung in Beziehung auf ihren Verkehr Bedingungen vorzuſchreiben; eine ſolche,
auf den Fall der Weigerung mit Drohungen ver⸗“ ſchaͤrfte Forderung iſt zu allen Zeiten als ein guͤlti⸗ ger Kriegsgrund angeſehen worden. Und dieſe Mei⸗ nung, daß das Buͤndniß mit Frankreich Rußland zur
Schande gereiche, daſſelbe in große Noth bringe und
noch groͤßeres Ungluͤck vorausſohen laſſe, ward endlich
ſo allgemein, daß der Kaiſer auf die Wuͤnſche ſeines Volks nothwendig haͤtte Ruͤckſicht nehmen muͤſſen, auch wenn ſeine Freundſchaft mit Napoleon durch Manches, was ſich in der neueſten Zeit zugetragen,
nicht getruͤbt worden waͤre. Hr
Die Verbindung mit Oeſterreich war ganz dazu geeignet, dem Kaiſer Alexander Beſorgniſſe einzu⸗ floͤßen. Rußland und Oeſterreich waren, obgleich ſie
in der neuern Zeit ſich gegen Frankreich vereinigt
hatten, fruͤher ſtets Nevenbuhler und zuwellen auch


