37 der Aufſicht ihres oherſten Lehensherrn, des Kaiſers, unterworfen, und mußten das, was ihm das Wohl Frankreichs zu nennen belieben wuͤrde, mit Hintau⸗ ſetzung jeder andern Pflicht befoͤrdern.
Das Schickſal Hollands war bald entſchieden, und wahrſcheinlich ſchon zu der Zeit beſchloſſen wor⸗ den, als Champagny in ſeinem erſten Berichte Holland mit allen ſeinen Provinzen als einen Theil des franzoͤſiſchen Gebietes bezeichnete. Dies ſtand allerdings im Widerſpruch mit den fruͤheren feierllk⸗ chen Erklaͤrungen, daß der Rhein die natuͤrliche Grenze Frankreichs bilden und daß die Unabhaͤngig⸗ keit Hollands geachtet und aufrecht erhalten werden
ſolle. Die durch dieſe Erklaͤrungen eingegangene
Verbindlichkeit mußte aber den maͤchtigen Gruͤnden weichen, mit welchen Champagny die Vereinigung Hollands mit dem franzoͤſiſchen Kaiſerreiche und mit Frankreich felbſt empfahl. Wir koͤnnen nicht umhin, dieſelben anzufuͤhren, waͤre es auch nur, um zu zeigen, wie wenig ſich auch die einſichtsvollſten Maͤnner der ſchwaͤchſten und elendeſten Gruͤnde ſchaͤmen, wenn ſie die Macht und den Willen haben, unrecht zu rhun.
„Holland,“ ſagte der Miniſter, deſſen Logik eben durch ihre Schamloſigkeit intereſſant wird,„iſt gewiſſermaßen ein Ausfluß des franzoͤſiſchen Gebiets und die nothwendige Ergaͤnzung des Kaiſerreiches.


