34 daß ſie vom ganzen Lande milttaͤriſchen Beſitz zu nehmen haͤtten, und daß das Hauptquartier dieſer von ihm ganz unabhaͤngigen Armee nach Auiſlerda in ſeine Hauptſtadt, verlegt werden würde.
So durch ſeinen Bruder aller Gewalt 5 dem Köoͤnigreiche beraubt, das immer noch das ſeine hieß⸗ weigerte ſich Ludwig edelmuͤthigerweiſe, die elende Rolle eines Schattenkoͤnigs zu ſpielen, der weder ſeine Rechte geltend machen, noch ſeine Unterthanen beſchuͤtzen konnte.
Am iſten Jult unterſchrieb er Eine Abdankungs⸗ urkunde zu Gunſten ſeines noch minderjaͤhrigen Soh⸗ nes, und druͤckte darin die Hoffnung aus, daß der Kaiſer, dem zu mißfallen er ſo ungluͤcklich geweſen ſey, darum doch keine Ungunde auf ſeine unſchul⸗ dige und harmloſe Familie werfen werde. In einem am Iſten Juli zu Harlem ausgefertigten Schreiben entwickelte Ludwig die Gruͤnde ſeiner Abdankung noch ausfuͤhrlicher, auf eine Weiſe, die ſeinem Kopf und Herzen Ehre macht, und in Beziehung auf ſeinen Bru⸗ der in einem Tone der Maͤßigung, der ſeinen gerechten Beſchwerden Gewicht gab. Er fagt, er habe ſich nicht entſchließen koͤnnen, den Titel eines Koͤnigs beizube⸗ halten und auf alle Gewalt in ſeinem Koͤnigreiche, in ſeiner Hauptſtadt und ſelbſt in ſeinem Palaſte zu verzichten. Er wurde in dieſem Falle nur der muͤ⸗ 4 bige Zeuge von Dingen geweſen ſeyn, die er nicht


