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noch welter ausbildete! Napoleon nannte ihn einen Ideologen’, da he oinen Menſchen, der in ſeinen Handlungen mehr die Grundſaͤtze des Rechts, gls adeunaugenblicklichen Nutzen zu Rathe zieht. Sein haͤusliches Verhaͤltniß war nicht das angenehmſte; er ſtand nicht gut mit ſeiner Gemahlin, die bei Na⸗ apoleon weit mehr galt, als Ludwig. Seitdem er ge⸗ aagen ſeinen Willen auf den Thron von Holland ge⸗ kommen, hatte eer ſich die groͤßte Muͤhe gegeben, ſeinem Lando allen den Schutz zu verſchaffen, der ſich von ſeiner nahen Verwandtſchaft mit Napoleon er⸗ warten ließ, und wenn er von ſeinen Unterthanen eidie Uebel, die das Los eines eroberten und abhaͤn⸗ ‚gigen Staates ſind, nicht ganz abwenden konnte, ſo Sthat er doch, was in ſeinen Kraͤften ſtand, um die⸗ ſelben wenigſtens zu mildern. Die Hollaͤnder, ein ruhiges und beſonnenes Volk, wußten ihm Dank da⸗ für und liebten ihn als ihren Freund und Beſchuͤtzer. „Aber in der Periode, die wir hier abhandeln, war das ungluͤck, das uͤber ihr Land erging, ſo groß, daß Ludwig nichts mehr dagegen vermochte. In an⸗ dern Laͤndern kommt der Handel mehr oder weniger in Betracht; Holland beſteht einzig durch den Handel⸗ Durch Vermittlung des Handels hatte es ſein amphibi⸗ ſches Gebiet dem Meere abgewonnen; wuͤrde ihm dieſe
Huͤlfsquelle entzogen, ſo muͤßten ſeine ſchoͤnen Staͤdte wie derFiſcherdoͤrſer, ſeins reichen Weiden Suͤmpfe, Un⸗ mttiefen und Sandbaͤnke werden. Durch die hundert Mil⸗


